Einstellungstest Zoll

Wer sich bei einem Amt oder einer Behörde bewirbt, sollte sich darauf einstellen, dass es mit einem Bewerbungsgespräch, wie bei vielen Jobs, nicht getan ist. Ähnlich wie manche Großunternehmen, die in Assessementcentern die Fähigkeiten der Bewerber durch z. T. arbeitsrelevante Tests evaluieren, gehen auch die Behörden vor. Zunächst gibt es einen schriftlichen Test, in welchem ein Großteil der Bewerber schon aussortiert wird. Danach erfolgen weitere Tests vor Ort und in kleinen Gruppen, die nach einem halben Tag in einem persönlichen Einzelgespräch enden. Wie diese Zahlen und der Prozess an sich aussehen, lässt sich am Einstellungstest des deutschen Zolls demonstrieren.

Ca. 4 000 Bewerber zählt der deutsche Zoll pro Jahr, es werden jedoch nur 40 Plätze für den gehobenen Dienst vergeben (Stand 2008). Beim schriftlichen Test trennt sich die Spreu vom Weizen, nur bis zu 5% der Bewerber überstehen diese erste Hürde, welche sich in den letzten Jahren wie folgt zusammen setzte: Ein mathematischer Teil, in welchem Aufgaben zu den Grundrechenarten und zur Geometrie gestellt werden. Anschließend folgt ein Deutsch-Test: Hier muss beispielsweise ein Text korrigiert und grammatikalische Fragen beantwortet werden. Es folgen Gesetzestexte und Paragraphen, welche Sie auf Situationen anwenden müssen. Zugleich wird noch getestet, ob Sie als Sachbearbeiter Talent zeigen, denn eine Aufgabe besteht darin, zu einer fiktiven Situation einen Bericht zu schreiben über die Geschehnisse und zwar anhand des bisher erfolgten Schriftverkehrs. Abschließend warten zudem noch Fragen zum Allgemeinwissen sowie deutscher Geschichte.

Hat man diese Hürde genommen, wird man zum nächsten Einstellungstest eingeladen. In Gruppen von 5 Mann löst man die erste Aufgabe zusammen bzw. gegeneinander. So muss beispielsweise ein Urlaubsplan erstellt werden und die Bewerber diskutieren darüber, welcher Mitarbeiter an welchen Tagen eingesetzt werden soll. Der Clou ist, dass jeder eine fiktive Akte eines Mitarbeiters bekommen hat, der unbedingt frei haben möchte. Nach diesem Test ist man auf sich allein gestellt, die nächste Aufgabe ist ein Rollenspiel, in welchem man als Vorgesetzter, Vereinstrainer etc. mit einer Person interagieren soll. Darauf folgend ist das Kurzreferat, hier muss ein Bericht oder ein Zeitungsartikel prägnant zusammengefasst werden. Und dann ist es auch schon fast geschafft, es folgt das persönliche Bewerbungsgespräch, in welchem man sich gut informiert über den Zoll und seine Arbeit zeigen sowie ein bisschen Interesse an Politik vorweisen sollte. Und dann heißt es Bangen und Warten, ob man zu dem kleinen  Kreis der Ausgewählten gehört.